In seiner partizipativen Lecture beschäftigt sich der schweizerisch-niederländische Künstler und Propagandaforscher Jonas Staal mit dem Verhältnis von Kunst, Macht und Propaganda. Er zeigt, dass Propaganda nicht nur ein historisches Phänomen totalitärer Staaten ist, sondern auch in demokratischen Gesellschaften durch Bilder, Erzählungen und kulturelle Ausdrucksformen Wirklichkeiten prägt.
Gleichzeitig fragt Staal nach ihrem emanzipatorischen Potenzial: Demokratische und soziale Bewegungen haben eigene Bilder und Zukunftsvorstellungen entwickelt, um alternative und solidarische Realitäten zu entwerfen. Diese Auseinandersetzung prägt auch Staals künstlerische Praxis, etwa in den alternativen Parlamenten des New World Summit oder dem gemeinsam mit Radha D’Souza gegründeten Court for Intergenerational Climate Crimes.
Jonas Staal – K++V Guest Professor 26/27
Als Gastprofessor untersucht Jonas Staal Sprache als künstlerische und politische Praxis und knüpft damit an seine Arbeit zu Kunst, Demokratie und Propaganda an. Der international tätige bildende Künstler stellt Versammlungen, politische Rede und kollektive Zukunftsvorstellungen ins Zentrum seiner Praxis. Seine Arbeiten wurden weltweit in renommierten Museen und an internationalen Biennalen gezeigt. Zu seinen Publikationen zählen Propaganda Art in the 21st Century (2019) und Climate Propagandas: Stories of Extinction and Regeneration (2024).